Ort: Hörsaal 3
Beteilligte Personen: alle Anwesenden
Arelia hatte sich an ihrem Platz eingerichtet und wartete jetzt, wie die meisten hier, dass es los ging. Einige der Anwesenden in den Reihen vor ihr vielen ihr direkt ins Auge, da sie sich gegenseitig vorstellten und sich ein wenig unterhielten. Sie schienen recht nett zu sein und so fasste Arelia den Entschluss, doch noch mal ihren platz zu wechseln. Sie packte alles wieder zusammen, schaute zu Ragnar und erhob sich. „Kleine Planänderung. Ich glaube wir setzen uns mal weiter nach vorne“ sie nickte leicht in Richtung der vorderen Reihen und schmunzelte. „Auf geht’s“ Mit Ragnar im Schlepprau verließ sie die letzte Reihe und lief so nach vorne. Glücklicherweise waren da noch plätze frei und so schob sie sich mit ihm durch die Reihe und ließ sich auf einen der noch freien plätze fallen. „So, jetzt aber!“
Ellena Bancroft
Ellena war heute sehr spät dran, was normalerweise nicht ihre Art war. So hatte sie das Frühstück ausfallen und Trinity mit Marissa alleine am Tisch zurückgelassen. „Wir sehen uns später auf dem Campus!“ rief sie und war auch schon aus der Tür raus.
Eine halbe Stunde später befand sie sich im Vorraum des Hörsaals, wo sie ihre Sachen ablegte und sich rasch vorbereitete. Kurze Zeit später trat sie durch die Tür, ließ den Blick einmal ruhig über die Anwesenden schweifen und wartete, bis das Murmeln abebbte.
„Kadetten. Willkommen an der Akademie. Ich bin Commander Ellena Bancroft. Für einige von Ihnen ist dies der erste Tag eines neuen Lebensabschnitts. Für andere ist es der Moment, an dem sich entscheidet, ob all die Vorbereitung, die langen Nächte über Lehrbüchern und die Zweifel, die Sie vielleicht mitgebracht haben, sich auszahlen werden. Und ich sage Ihnen: Sie tun es. Jeder einzelne Schritt, der Sie hierhergeführt hat, war es wert.
Die Sternenflotte ist kein Ort für Perfektion. Sie ist ein Ort für Entwicklung. Für Mut. Für Zusammenarbeit. Und für Menschen – und Spezies – die bereit sind, über sich hinauszuwachsen. Sie werden Fehler machen. Sie werden scheitern. Und Sie werden lernen, wieder aufzustehen. Genau das macht Sie zu Offizieren.“
Sie verschränkt die Hände hinter dem Rücken, ein Hauch von Schmunzeln in der Stimme.
„Ich habe bereits gehört, dass einige von Ihnen sich sehr gründlich vorbereitet haben. Andere…“ ein kurzer Seitenblick, der eindeutig humorvoll gemeint ist „…haben sich offenbar darauf spezialisiert, mit ihrer bloßen Anwesenheit Chaos zu stiften. Beides ist an dieser Akademie erstaunlich nützlich. Was Sie jedoch alle gemeinsam haben, ist das Potenzial, eine Crew zu werden. Eine Gemeinschaft, die sich gegenseitig trägt, korrigiert, unterstützt und herausfordert. Wenn Sie eines aus meiner Zeit in der Flotte mitnehmen sollen, dann dies: Niemand besteht diese Reise allein. Also: Lernen Sie voneinander. Hören Sie einander zu. Und unterschätzen Sie niemals die Kraft eines Teams, das zusammensteht selbst wenn es nur darum geht, einen besonders redseligen Kameraden davon abzuhalten, eine Vorlesung zu sprengen.“
Sie hob das Kinn leicht und ihre Stimme wurde fester.
„Ich freue mich darauf, Sie wachsen zu sehen. Ich freue mich auf Ihre Erfolge. Und ich freue mich darauf, Sie eines Tages nicht mehr als Kadetten, sondern als Kolleginnen und Kollegen begrüßen zu dürfen. Bevor es los geht, hat jemand eine Frage die für ihn oder sie, besonders wichtig ist?"