Fall 7: Das eiskalte Händchen

  • <<<<Trisircle >>>>>

    Richard Higgs schlenderte am Ufer des östlichen Seitenarms entlang, der quer durch Trisircle floss und den Namen Tris trug. In 500 Metern würde dieser Arm sich mit dem anderen etwas dünneren Seitenarm des Tris vereinigen. Danach flossen die Wassermassen in Richtung Meer. Er befand sich gerade an der Stelle bei 150 Gon, wo der 6. und der 7. Hauptring aufeinander stießen, in einem kleinen Park. Higgs kam oft hierher und schlenderte durch die Grünanlage, es war seine Art der Entspannung, bevor er zur Arbeit ging.
    In ein paar Metern Entfernung blitzte etwas am Ufer des Flusses auf, inzwischen Treibholz und abgerissenen Gräsern, welches sich an diesem Uferabschnitt aufgrund der Strömung immer wieder ansammelte. Richard grollte. Das hier war so ein schönes Fleckchen, aber viele nutzten es nur, um ihren Müll zu entsorgen. Dafür gab es doch Recycler! Er tat seinen Unmut lautstark kund. Higgs war ein Umweltfanatiker, wie er im Buche stand.
    "Das ist doch zum...warum werfen die Leute immer ihren Müll in den Fluss?" , fluchte er und trat zu dem Stück, das halb im trüben Wasser des Tris lag. Ein schwarzer Lederhandschuh, wie er feststellte. Die Sonne hatte sich darauf gespiegelt. Frustriert stieg er das kurze Stück der Uferböschung hinunter, um das Stück Abfall seiner letzten Bestimmung zuzuführen. Alles konnte doch recycelt werden. Ressourcen schonen.
    Richard HIggs bückte sich und griff nach dem Handschuh. Mit einem Aufschrei zuckte er zurück. Denn der Handschuh war nicht das einzige, was er herauszog. Darin steckte noch eine Hand und daran, bisher von dem Treibgut verborgen gewesen, ein menschlicher Unterarm. Higgs ließ den Arm am Ufer fallen und betrachtete ihn angeekelt. Ein Tatoo war auf dem Unterarm zu sehen. Ein Tatoo, wie es in Marinekreisen üblich war. Higgs erkannte das. Sein Bruder war auch in einer Marineeinheit gewesen und hatte ihm einiges erzählt, was bei denen so üblich war.
    Was musste er jetzt also tun? Wer war dafür zuständig? Wenig später, als er ein paar Mal tief durchgeschnaubt hatte, holte er eine Kommunikationseinheit heraus und nahm Verbindung mit dem CID auf.

    <<< CID Hauptgebäude >>>>

    Higgs Anruf wurde kurz nach Eingang in der Zentrale zu Farrells Team durchgestellt. Pete unterhielt sich kurz mit ihm, dann trommelte er das Team zusammen.
    ***Farrell an alle, es gibt eine neue Leiche. Kreislinie 150R68 und 150R71. Packen sie ihre Sachen, wir brechen umgehend auf.****

    "Die Wahrheit einer Absicht ist die Tat."
    (Georg Wilhelm Friedrich Hegel)

  • T'Reava führte grade das CID-Training für Nahkampf durch, als es gegen Ende von Petes Funkspruch unterbrochen wurde.
    Ihren Gegner lies sie auf dem Boden und machte sich sofort auf.

    ***T'Reava hier, ich bin unterwegs.***

    Schnell noch gewaschen, CID-Jacke über gezogen und ausgerüstet, machte sich auf zum TR.

    "Semper homo bonus tiro est."

  • Hans war nicht im CID-Hauptquartier. Im Gegenteil, er hatte für die nächsten paar Tage Urlaub genommen, immerhin war es bald soweit und das gemeinsame Kind von Hans und Kosh würde schlüpfen. Sie hatten einen der beiden Kellerräume in eine Wärmekammer umgebaut, um der Hülse, in dem das Kind heranwuchs, die richtigen Bedingungen zu bieten. Außerdem hatten sie die Dr. Crusher dafür gewinnen können, die nötigen genetischen Modifikationen an den Samenzellen vorzunehmen und die Befruchtung der Hülse so zu ermöglichen. Die 71jährige hatte sich nunmehr bei Hans und Kosh einquartiert und überwachte die Bedingungen, um das Schlüpfen möglichst reibungslos zu ermöglichen. Hans und Kosh schliefen beide extrem leicht, weil sie in jeder Sekunde damit rechneten, dass es wohl soweit sein könnte...
    Als es also an der Haustür klopfte, schreckten beide hoch. Sie zogen sich etwas über und eilten nach unten um festzustellen, dass Dr. Crusher schneller gewesen war und die Tür für eine junge Frau Anfang 30 geöffnet hatte. Sie hatte rotbraune Haare und trug feste, warme Reisekleidung und Hans wäre beinahe vor Erstaunen und Erschütterung über seine eigenen Füße gestolpert.
    "Komm doch bitte herein, Ramona.", sagte er, nachdem er sich wieder gefangen hatte, woraufhin Dr. Crusher der jüngeren Frau Platz machte und Hans einen neugierigen Blick zuwarf.
    "Danke. Können Sie mir vielleicht einen Tee machen? Und bitte, nennen Sie mich Imke. So heiße ich."
    "Ja, natürlich..." er schob sich an Kosh vorbei, din ihn mindestens ebenso überrascht und neugierig ansah wie die Ärztin und ging in die Küche um heißes Wasser aufzusetzen.
    Was passiert hier und warum heute?! Seine Gedanken rasten...

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